Advertorials – die neue Art der Werbung

Entstehungsgeschichte des Advertorials
Bei Advertorials handelt es sich um bezahlte Werbeartikel, die den Anschein eines redaktionellen Inhaltes erwecken soll. Dieses Vorgehen gibt es schon in vielen Zeitungen aber auch insbesondere online für die Gemeinschaft der Blogger. Das Wort stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern Advertising (Werbung) und Editorial (redaktioneller Beitrag) zusammen. Es ist dementsprechend eine Weiterentwicklung der Onlinewerbung (Advertorials werden aber auch in Zeitungen geschrieben). Das Internetmarketing hat sich stetig weiterentwickelt. Angefangen hat es mit den einfachen Bannern und Links, mit Werbeemails und Pop-ups. Neuerdings gibt es auch Werbevideos und Advertorials.

Funktionsweise von Advertorials
Firmen geben diese Aufträge, über ein extra dafür eingerichtetes Portal, an eine große Anzahl von Bloggern. Eine der bekanntesten Einrichtungen dieser Art ist Trigami. Dort gehen die genannten Aufträge ein. Anschließend können sich eine bestimmte Anzahl von Blogbetreibern für diese Kampagne bewerben. Nachdem die gewünschte Anzahl von Bewerbungen eingegangen ist (meist zwischen 100 und 500), können die Texter mit Ihrer Schreibarbeit beginnen. Die Informationen müssen nicht selbst gesucht werden, die Auftragsfirma stellt diese kostenfrei zur Verfügung. Der fertige Text muss anschließend in dem eigenen Blog zum Lesen angeboten werden.

Vorteile von Advertorials
Die Unternehmen, die Ihre Produkte oder Leistungen anpreisen lassen, profitieren durch die kostengünstige und individuelle Werbung. Schließlich schreiben mindestens 100 Blogger mit den selben Informationen 100 unterschiedliche Texte. Dadurch wird das Produkt bekannter. Insbesondere da diese Blogeinträge nicht gelöscht werden, ist diese Art des Marketings sehr nachhaltig.

Firmen wie Trigami profitieren ebenfalls. Sie sind der Marktplatz für die Advertorials. Die Firmen wenden sich an solche Plattformen, dort werden die Kampangen ausgeschrieben und anschließend machen sich die Blogger an die Arbeit. Oder anders ausgedrückt, solche Firmen vermitteln die Aufträge nur, behalten aber einen Anteil des Gewinns (Höhe unbekannt) für sich ein. Die eigentliche Arbeit, das Schreiben, übernehmen die Blogbetreiber.

Blogger, die diese Aufträge übernehmen, sind verpflichtet Ihre Texte auf Ihren Blogs online zu stellen. Dafür werden Sie schließlich auch bezahlt. Somit ist es eine gute Möglichkeit sich im Internet einen Nebenverdienst aufzubauen. Eine Artikel zu schreiben, wo die Informationen mitgeliefert werden und der meist nur ungefähr 300 Wörter lang ist, geht recht schnell. Die Bezahlung ist für den Arbeitsaufwand angemessen. Außerdem darf der Blogger schreiben, was er möchte. Sowohl Positives, wie auch Negatives, er ist in seiner Kreativität nur durch eventuelle Vorgaben des Auftragsgebers eingeschränkt. Wird ein Artikel geschrieben, der für die Suchmaschine optimiert ist (SEO), ist es möglich die Besucherzahlen zu erhöhen. Auch durch einen guten Linkaufbau, können mehr Leser angelockt werden. Diese finden dann nicht nur das Advertorial, sondern auch die eigenen Texte des Bloggers.

Nachteile von Advertorials
Die Firmen kennen Ihre Blogger nicht und können diese daher auch nicht überwachen. Somit ist die Qualität von den Bloggern selber und der Auswahl von der Vermittlerfirma abhängig. Der Nachteil ist allerdings gering, da bei einer derart hohen Anzahl von Blogbetreiben die meisten über Talent zum Schreiben verfügen. Außerdem ist es zu vernachlässigen, wenn von 100 Beiträgen zwei bis drei qualitativ nicht hochwertig sind.

Vermittlerunternehmen, wie Trigami, stehen in gewisser Weise in der Schuld Ihrer Auftraggeber. Liefern die von Ihnen ausgewählten Blogger keine guten Leistungen ab, nimmt die Bekanntheit des geworbenen Produktes auch nicht zu. Ist dies der Fall muss die Vermittlerfirma sich mit dem Auftraggeber auseinandersetzen. Ist die Kampagne nicht zu Ihrer Zufriedenheit verlaufen, werden sie sicherlich keine weitere in Auftrag geben.

Die Blogbetreiber können durch solche Kampagnen zwar einen finanziellen Gewinn machen, aber wenn Ihre Leser an dieser Art von Informationen nicht interessiert sind, verlieren Sie an Besucherzahlen (Stammleser). Ihr Blog wird unpopulärer und die eigentlich zu transportierenden Informationen gehen unter. Der Texter sollte sich daher genauestens überlegen, was er mit seinem Blog erreichen möchte, Geld verdienen oder seine eigenen Meinungen über selbst ausgewählte Themen veröffentlichen. Advertorials sollten zudem immer als Anzeige gekennzeichnet sein, damit kein Verstoß gegen deutsches Presserecht besteht. Dort wird eine klare Trennung zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt gefordert.

Advertorials aus der Sicht der Leser
Die Leser der Blogs haben unterschiedliche Sichtweisen zum Thema Advertorials. Vielen stört diese “Schleichwerbung” und Sie würden lieber darauf verzichten. Anderen gefällt es von Ihnen bis dato unbekannten Artikeln, Firmen, Dienstleistungen oder Homepages zu hören und sich anschließend eine eigene Meinung zu bilden. Wieder andere finden es in Ordnung, wenn der Texter seinen Blog mit solchen Mitteln unterhält. Allerdings sollte er stets seine eigene Meinung und Schreibweise beibehalten und nicht jedes Produkt, jede Dienstleistung als das Beste auf dem Markt präsentieren. Er sollte einfach glaubwürdig bleiben.

Fazit
Bei guter Umsetzung kann ein Advertorial zu einer Gewinnsituation für alle vier an dem Prozess beteiligten Personengruppen werden. Das Auftragsunternehmen bekommt kostengünstig eine Vielzahl an unterschiedlichen Artikeln, die in den verschiedensten Internetauftritten präsentiert werden. Die Vermittlerfirma kann, ohne selber schreiben zu müssen, Geld verdienen. Die Blogger können, insbesondere wenn sie Ihre Leser dafür begeistern können, zweifach profitieren. Sie erhalten mehr Leser und einen Nebenverdienst. Die Leser erfahren von neuen Produkten o.ä. auf Ihnen vertraute Art und Weise und hoffentlich mit eigener Meinung des Ihnen vertrauten Bloggers.

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